Wie kamen wir auf den Ridgeback...


Was passierte nun, daß wir ausgerechnet  auf den Ridgeback kamen....

Nachdem ich nun schon einige Zeit fern von Tieren  lebte, bestand mein Wunsch darin wieder einen eigenen Hund zu besitzen - bis dato hatte ich mit einigen Tieren gelebt (Geburten und auch Aufzuchten hautnah miterlebt), die vom Huhn über Hund und Katze bis hin zur Kuh reichen. Also informierte ich mich in der Umgebung und fand in der Zeitung die Anzeige von einem spanischen Windhund, der im Tierheim seit mehr als einem halben Jahr mit nur 9 Monaten ein Zuhause sucht. Nach kurzer Überlegung fuhr ich hin, ging eine Runde mit dem scheuen, schon fast abgemagerten Hund und verkündete meine Entscheidung. Und so zog 2005 der Windhund Montero bei uns ein. 

Eine nervenaufreibende Zeit begann, da dieser Hund noch NICHTS in seinem Leben kennengelernt hatte, Aber wir konnten diese Zeit recht gut meistern, sodaß Montero auch anfing Vertrauen aufzubauen. 

2007 stellte sich heraus, daß Montero, bedingt durch ein Leben auf spanischem Land, einen Riss im Schädel vorwies. Dies hatte zur Folge, daß er unter epileptischen Anfällen litt. Also sollte  jemand da sein - wenn ich mal nicht Zuhause war - auf den er sich verlassen und auf den er zählen konnte.

Also ging es wieder auf die Suche.....

Nach Informationen und Recherchen fiel die Wahl auf den Hund, der einen Streifen auf dem Rücken trug:         der Rhodesian Ridgeback. 

Erst gestaltete sich die Suche etwas schwierig, da es ein Mädchen sein sollte. Aber mit Glück fand sich dann doch ein Züchter, der noch eine Hündin zur Verfügung hatte. 

Und so nahm die Geschichte ihren Lauf....

Akira, eine ca. 16 Wochen alte Ridgeback-Lady zog ein und die Mission Ridgeback konnte beginnen....

Sie fuchste sich schnell in den Verlauf der Epilepsie von Montero ein und meisterte sich zum Frühwarnsystem. Sie war ein stabiler Halt für Montero und -  bedingt durch die Krankheit -  auch für mich. Allerdings hatte ich mir damals das Leben mit einem Ridgeback doch unkomplizierter vorgestellt. Ich hatte keine Ahnung davon, wie ein Ridgeback ticken kann. Immerhin sind es große, kräftige Hunde mit geballter Kraft und sind keine Schoßhunde - auch wenn sie dies mit einem Gewicht von 32 bis 46 kg denken.

Es war schon eine Herausforderung, die mich aber einiges gelehrt hat und durch die meine Leidenschaft für diese Hunderasse wuchs. Ich möchte diese Zeit mit Akira niemals missen. Sie hat mich vieles gelehrt, sodaß die Bindung immer enger und meine Liebe für diese Rasse immer größer wurde. Sie entwickelte sich zu meiner besten Freundin, die mit mir durch dick und dünn gegangen ist und auf die ich immer zählen konnte. Sie war mein Fels in der Brandung. Sie half mir Schmerzen zu überwinden und warnte mich vor Menschen, die einen schlechten Charakter in sich trugen. Sie war für mich der größte Schatz, den man sich nur wünschen kann.

2012 geschah dann etwas völlig Unvorhergesehenes...

Eigentlich mehr durch einen dummen Zufall zog Hund Nummer drei ein. Und wie es der Zufall will... es war wieder ein Ridgeback. Nur diesmal in der männlichen Ausführung. Es stellte sich die Frage, wie nun so ein Rüde tickt. Was soll ich sagen... noch heute erobert er mein Herz jeden Tag aufs Neue. In der Menschenwelt würde man sagen "er trägt mich auf Händen". Bei Chinelo lautet es "er trägt mich auf Pfoten". Er gab und gibt mir immer noch dieses unbeschreibliche Gefühl und diese unendliche Treue und Liebe, die man sich zwischen Mensch und Hund nur wünschen kann. 

2014 kam die Diagnose, daß sich bei Akira auf Höhe der linken Patella (Kniescheibe) ein Osteosarkom (Knochenkrebs) gebildet hatte. Ein Schock. Meine beste Freundin sollte Krebs haben!? Sie würde im Juli doch erst sieben Jahre alt werden.Warum sollte sie mich, nachdem unser Band nun so dick geworden war, ausgerechnet jetzt wieder verlassen. Für mich brach eine Welt zusammen und ich mußte Akira ca. ein halbes Jahr nach der Diagnose gehen lassen. Mein Herz blutete. Aber vielleicht wollte es das Schicksal auch einfach so.

Mit der Zeit habe ich nun gelernt, daß der Schmerz nie vergehen wird. Man lernt nur ihn zu ertragen. Und trotzdem hat sie eine tiefe Narbe hinterlassen. Aber diese Narbe wird NIE verblassen! Es ist eine Narbe, die ich voller Stolz trage und immer pflegen werde.

Von nun an lebte ich mit meinem kastrierten Spanier und Chinelo als vollständigen Rüden alleine. Aber ein Leben ohne eine Hündin (schon gar nicht ohne eine Ridgeback-Hündin) war für mich unvorstellbar. Ich besprach mich mit meiner Freundin, die mir dann den Vorschlag machte zu warten, bis ihr Rüde seine Herzdame deckt. Ich stimmte zu und eine Zeit des Wartens hatte begonnen.

2015 war es dann soweit. Sieben Zwerge erblickten das Licht der Welt. Und von zwei süßen Mädels hatte sich die kleine Frau Rot sofort in mein Herz geschlichen. Sie war so ruhig, schmusig und lieb. Was sich aber dann legte, als sie älter wurde. Ich muß ehrlich gestehen, sie war ein richtiger kleiner Wirbelwind, der man aber auch nicht böse sein konnte.  Es war schon ein Akt sie mal zur Ruhe zu bekommen. Und dennoch war da diese Vertrautheit in ihrem Blick, der mir zeigte, daß sie sich zu einer treuen Begleiterin entwickeln wird. Und das tat sie dann auch. Manchmal kommt sogar das Gefühl auf, als wäre ein Teil von Akira wieder zurück gekommen.

Am 10.12.2015, knapp anderthalb Jahre nachdem Akira mich verlassen mußte, kam der nächste Schicksalsschlag.  Montero´s Herz machte bei einem epileptischen Anfall - zwei Monate vor seinem 11. Geburtstag - schlapp und auch er verließ mich. Auf der einen Seite wieder ein unerträglicher Schmerz,  war es auf der anderen Seite eine Erlösung. Immerhin brauchte er jetzt keine Anfälle mehr ertragen. Aber er war mein erster eigener Hund und von daher auch ein schwerer Verlust. So hart die Zeit mit der Epilepsie auch stellenweise war. Ich habe alles was in meiner Macht stand getan, um ihm ein schönes Leben - trotz Krankheit - zu ermöglichen. Und dafür habe ich alles Mögliche getan, damit es ihm gut ging.

Aber dieser Platz wurde dann durch die Galga Marfil wieder ersetzt. Auch sie schlich sich in mein Herz. Sie kann und soll Montero nicht ersetzen. Aber ihr Charme ist einfach zauberhaft.

Die drei wuchsen  zu einem tollen Team zusammen und  jeder Tag ist ein Genuß. Jeder ist auf seine Art und Weise einfach wundervoll.  

Aber auch bei der Aufzucht unserer kleinen Hidaya-Almasi, die unser Rudel vergrößert, halten alle zusammen. Jeder hat seine Aufgabe, damit die kleine Maus alles lernt, was man von den Großen lernen kann und muß, damit auch aus ihr eine wunderschöne, prachtvolle Ridgeback-Dame wird.

   

    "Die Geschichte Ridgeback hat für mich eine große Bedeutung gewonnen  

und ich würde mir jederzeit wieder einen so tollen Begleiter an meiner Seite zulegen. 

Diese Rasse liebt man oder man liebt sie nicht. 

Und wenn die Liebe gewinnt, dann ist man dieser Rasse regelrecht verfallen und die Liebe wächst mit  jedem Tag ein Stück mehr!"